Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Alles um die Sicherheit beim Rollerfahren
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Jörnoh
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Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Jörnoh »

Eigentlich würde die Überschrift schon reichen..

Mich würde interessieren, ob jemand von euch schonmal einen Unfall hatte?
So´n Wegrutscher in einer Kurve kann ja ganz schön teuer werden.
Also ich fahre gerade bei nasser Fahrbahn so dermaßen langsam in Kurven.
Und wenn das Auto hinter mir auch noch so dicht auffährt und selbst wenn man es auch mit 5km/h mehr recht sicher schaffen würde...

Bleibt ihr da ganz entspannt auf der Landstraße mit nem Drängler hinten dran?
So Leute, die sich tierisch aufregen und da rumschimpfen und mit den Armen rumfuchteln, anstatt einfach zu überholen und jut is.
Klar, hat man nicht täglich, aber es gibt sie.
Früher habe ich mit solchen Urprimaten Spielchen getrieben, um ihnen mal die Augen zu öffnen, aber dann gehen die noch mehr ab.

Was sind eure Erfahrungen und wie geht ihr damit um?

LG Jörn

PS.: Hier gibt es ja schon was bzgl. Autofahrer, sorry.
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Hamburgo
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Hamburgo »

Moin Jörn,

ich hatte noch keinen Unfall. Nicht bei Regen und nicht bei Sonnenschein.

Als ich noch mit einem New Downtown 350 unterwegs war, hatte ich mal
einen wegrutschenden Hinterreifen beim beherzten Anfahren bei leichter
Restfeuchte auf dem Asphalt. Der NDT hat ja auch keine Traktionskontrolle.

Mir hat ein Sturm mal meine damalige Suzuki VStrom umgeworfen. Der
Schaden dieses simplen "Umfallens" lag seinerzeit bei rund 1.600 Euronen
(und war Gottseidank über die Teilkasko versichert). Hab mich trotzdem
geärgert, und musste drei Tage auf das Bike verzichten.

Blechschäden kann man ja immer ersetzen, man hat aber nur eine Gesundheit.
Insgesamt ist man daher klug beraten, bei feuchter oder gar nasser Fahrbahn, die
Haftungsgrenzen der eigenen Bereifung nicht zu überfordern. Das gilt umso
mehr auch bei Fahrzeugen von Kymco mit mehr als 100ccm und Serienbereifung.
Ich selbst habe die Serienbereifung beim NDT 350 seinerzeit schnell gegen ein
paar Heidenau Reifen eingetauscht, da ich mit den Kenda Reifen nicht glücklich
werden konnte.

Aber auch mit den Heidenau Reifen bin ich bei schlechtem Wetter natürlich
insgesamt deutlich umsichtiger unterwegs gewesen. Gleichwohl hatte ich auf
Landstrassen nie einen Drängler hinter mir. Nicht ein einziges Mal in gut 30 Jahren.
"Schleichfahrten" sind nämlich auch bei schlechtem Wetter eigentlich nicht nötig.
Das Fahrwerk Deines Xciting (gepaart mit ordentlichen Reifen) kann vermutlich
deutlich mehr leisten, als Du oder ich je abrufen würden (insbesondere bei
schlechtem Wetter).

Ich würde jedem Zweiradfahrer ein Fahrsicherheitstraining empfehlen. Ich selbst
habe sowas auch schon mehrfach beim ADAC (in Lüneburg) gemacht. Bei dieser
Gelegenheit kann man unter professioneller Anleitung die eigenen Grenzen (und
die seines Fahrzeugs) kennenlernen. Die Kosten dafür liegen meist zwischen 90
und 150 Euro.

Sollte ich jemals einen Drängler hinter mir haben, würde ich rechts ran fahren
und Platz machen. An irgendwelchen Spielchen habe ich kein Interesse. Andere
Verkehrsteilnehmer zu missionieren ist nicht mein Ding.

Gruß
Jörg
Zuletzt geändert von Hamburgo am 03.05.2019, 09:38, insgesamt 1-mal geändert.
8) carpe diem :D
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KDO
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von KDO »

Ich fahre bei Regen auch langsam um die Kurven und über die Straßenbahnschienen und Gullydeckel und die weißen Striche (um die Kurve und dann auf dem Zebrastreifen kein Gas).
Ich fahre schnell aber immer mit genügend Abstand und das hat mich oft gerettet auch mit dem Auto.
Wenn die Autofahrer gestikulieren, denke ich immer, dass die im Auto Fliegen haben und verscheuchen wollen.....
Dräglern fahre ich aus dem Wege, die können sich woanders den Hals abfahren.
Gruß Karl
Wer später bremst, ist länger schnell.
Jörnoh
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Jörnoh »

Vielen Dank für eure Erfahrungen und Tipps!

Ich frage dies, weil ich von allen, wirklich allen in meinem Freundeskreis und Familie nur höre:

Junge wieso hast du dir denn kein kleines Auto gekauft?
So ein "Motorrad" ist der Todesschein auf zwei Rädern!
Früher oder später wirst Du stürzen und dann bist du tot oder querschnittsgelähmt...

Du kannst noch so vorsichtig und vorausschauend fahren, vor den Fehlern anderer bist du nicht gefeit!
Nimmt dir ein LKW auf der Landstraße die Vorfahrt, dann war es das!
Und dann womöglich noch bei Regen und noch schlimmer im Winter.

Wir hätten dich doch beim Auto finanziell unterstützt.
Jetzt haben wir keine ruhige Minute mehr, wenn du täglich auf Höllengerät unterwegs bist..
Selbst wenn Du noch so langsam fährst, ein Reh bei Dunkelheit im hohen Felde kannst Du einfach nicht sehen...


Inzwischen warte ich nur noch auf den tödlichen Unfall :roll:

Natürlich ist ein Auto sicherer, keine Frage.
Und wenn wirklich was passiert, endet es auf zwei Rädern wohl schlimmer, aber:

Kann ich nicht das Risiko erheblich minimieren?
Bei Regen versuche ich das Fahren zu vermeiden.
Sollte es glatt sein bleibt die Kiste sowieso in der Garage.
Ich bewege mich zu 90% zwischen 30 und 70km/h.
Ich fahre immer mit ordentlich Abstand und schaue schon vom Weiten (wenn möglich) in die Einbiegerstraßen auf der Landstraße.
Klar, wenn bei 120km/h in einer leichten Kurve ein Reifen platzt und man ungebremst unter die Leitplanke schießt, dann kann die Rübe weg sein.
Aber wenn ein 40-Tonner in ein Stauende rauscht, dann bringt mir kein Auto der Welt was.

Ich denke, wenn man nie leichtsinnig wird und trotz Spaßbeschleunigung weiß wann gut ist und alles oben Aufgeführte beherzigt, dann kann man doch das Risiko erheblich minimieren.
Anders sähe es aus, wenn ich täglich mit 300km/h+ auf der Autobahn unterwegs wäre, da reicht dann wirklich ein Fehler eines anderen Verkehrsteilnehmers aus.
Aber sich mit 50 inna Kurve zu legen bedeutet doch nicht zwangsläufig den Tod oder Schlimmeres.

Kurz: Moppedfahren kann gefährlich sein und ist natürlich bei leichtsinniger Fahrweise immer unsicherer als das Auto.
Aber permanente Angst auf dem Bock ist wohl kein guter Begleiter.

Meine Meinung

LG Jörn
Jäger
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Jäger »

Hallo Jörn,

Lehrgeld haben wahrscheinlich alle langjährigen Zweiradfahrer schon gezahlt.

Auch ich bin drei mal abgestiegen, in jungen Jahren, Gott sei Dank im Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 25/30 Kmh.

Ansonsten,

- das eigene Fahrzeug in gutem bis sehr gutem technischen Zustand halten

- sich so aufmerksam verhalten, wie ein Indianer auf dem Kriegspfad und

- mit anderen keine Spielchen spielen, nie, niemals nicht!

Und außerdem ein gutes Verhältnis zu seinem persönlichen Schutzengel pflegen - also beispielsweise nie schneller fahren, als der fliegen kann!

Und nicht hochmütig werden. Sich abends freuen, daß man wieder einen Tag spur- und schadlos hinter sich gebracht hat.

Denn neben aller Vor- und Umsicht und allem persönlichen Wissen und Können

ist IMMER/sehr OFT auch ein Quentchen "Glück" im Spiel!
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Peter-Bochum
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Peter-Bochum »

Habe zwar keinen Xciting, aber doch div. 2 Räder bewegt.
Mit anständigen Reifen kann dein Moped mehr wie Du.
Auch 45 Grad Schräglagen sind kein Problem denn Aquaplaning ist bei der schmalen Aufstandfläche eines Moped Reifens kein Thema.
Die Teile haften durch die Gummimischung (bis 100 % Silika) am Asphalt.
Dabei sind Reifen die lange halten, meist die schlechteren und weiche Reifen die bessere Wahl.
Es gibt auch Hybride, die die innere Lauffläche recht hart und die äußere Fläche sehr weich haben.
Also, geradeaus hart und Kurven weich.
Ich kann mich noch an den Wechsel von Dunlop D609 auf Pirelli Angel GT erinnern.
Strömender Regen auf dem Weg zu Reifendienst.
Ich habe die Karre im Kreisverkehr geschoben...
Auf dem Rückweg, mit den neuen, nicht eingefahrenen Silika Reifen, bin ich sehr zügig um die Ecke gefahren.
Das Popometer hat gesagt, dass passt!

Angst ist ein schlechter Begleiter, such dir einen erfahrenen Fahrer, häng dich dran und bleib dahinter.
Die Fahrphysik ist bei allen großen 2 Rädern recht ähnlich, wo die BMW 1250 GS um die Kurve kommt, da kommt ein Xciting 400 auch herrum.
Habe die GS deshalb genannt, weil die Fahrer meist sicher und nicht zu agressiv unterwegs sind.
Honda NC ist auch o.k.....

Peter
Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!
....oder Steine.
Hauptsache du triffst!
r103

Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von r103 »

Peter-Bochum hat geschrieben: 03.05.2019, 13:19 Mit anständigen Reifen kann dein Moped mehr wie Du.

Angst ist ein schlechter Begleiter, such dir einen erfahrenen Fahrer, häng dich dran und bleib dahinter.
Die Fahrphysik ist bei allen großen 2 Rädern recht ähnlich, wo die BMW 1250 GS um die Kurve kommt, da kommt ein Xciting 400 auch herrum.
Hallo Peter,

der Spruch ist m.E. nicht brauchbar. Mit anständigen Reifen fliege ich bei verhaltener Schräglage im Nassen bei Gullideckeln und Straßenbahnschienen ab. Auch im Trockenen gibt es schlechten Grip, Ölflecken etc. Gute Reifen braucht man unbedingt und da sollte man sicher nicht sparen, aber entscheidend ist die Erfahrung was wann geht und v.a. was nicht. Wer die nicht hat sollte sich langsam und vorsichtig rantasten. Ich denke das haben wir alle hinter uns bzw. üben lebenslänglich. Die Grenzen sind manchmal näher als man denkt bzw. gedacht hat.

Das Angst schlecht ist gebe ich dir recht.
Sich irgendwo anzuhängen ist ein ganz schlechter Rat. Ich sags mal ganz plakativ. Wo ein minderbegabter GS-Fahrer um die Kurve kommt, wird allenfalls ein Profi auf dem Xciting dranbleiben. Ich weiß das weil ich die GS einige Jahre hatte.
Was richtig ist ist das man die meisten Fzg ähnlich zügig bewegen kann. Aber ein Anfänger kann niemals einem erfahrenen Fahrer folgen. Das habe ich schon mit 12 Jahren beim Kartfahren gelernt wo ich in der zweiten Kurve rausgeflogen bin als ich dem Profi folgen wollte und eigentlich dachte ich fahre die gleiche Linie.
Jörnoh hat geschrieben: 03.05.2019, 10:56 Junge wieso hast du dir denn kein kleines Auto gekauft?
So ein "Motorrad" ist der Todesschein auf zwei Rädern!
Früher oder später wirst Du stürzen und dann bist du tot oder querschnittsgelähmt...

Du kannst noch so vorsichtig und vorausschauend fahren, vor den Fehlern anderer bist du nicht gefeit!
Nimmt dir ein LKW auf der Landstraße die Vorfahrt, dann war es das!
Und dann womöglich noch bei Regen und noch schlimmer im Winter.

Wir hätten dich doch beim Auto finanziell unterstützt.
Jetzt haben wir keine ruhige Minute mehr, wenn du täglich auf Höllengerät unterwegs bist..
Selbst wenn Du noch so langsam fährst, ein Reh bei Dunkelheit im hohen Felde kannst Du einfach nicht sehen...[/color]
Dazu mal zwei Dinge:

Als Zweiradfahrer hast du es zu einem ganz großen Prozentsatz selber in der Hand ob du verunglückst oder nicht.
Das eine ist die Einhaltung der Verkehrsregeln in Verbindung mit einer voraussschauenden Fahrweise, ausgeprägter 7.Sinn bzw. für andere Mitdenken ist auch sehr hilfreich. Bei unklarer Verkehrssituation erstmal Gas weg auch bei Nässe, Dunkelheit etc. Dann unbedingt ein Sicherheitstraining machen, damit du die Grenzen des Fzg. erfährst.
Dann ist eine wirklich gute Schutzkleidung grundsätzlich Pflicht. Klasse 2 Protektoren haben aktuell die beste Schutzwirkung. Und die sollten möglichst großflächig auch am Rücken sein.
Damit deckst du schonmal den Bereich Eigenverschulden ab (statistisch übrigens ca. 50% - hab ich gestern beim SHT beim Vortrag der Polizei gehört).

Gegen Fremdverschulden hilft "gesehen werden" durch Farbe und Licht.

Dabei ist ein schwarzes Fzg. nicht die erste Wahl. Ideal ist Farbe an Fzg., Kleidung und ganz wichtig Helm. Der ragt meist über die PKWs. Wenn der auffällt sieht man auch im Kolonnenverkehr dass dahinter noch was ist - ein schwarzer geht dabei sehr leicht unter. Ich habe einige Untersuchungen gelesen die besagen, dass weiß bei den Farben am besten wahrgenommen wird (fand ich interessant, ich dachte immer an rot), besser sind natürlich noch die Neonfarben. Wenn du alles schwarz hast kannst du mit einer Warnweste kostengünstig pimpen.

Abblendlicht ist kein brauchbares Licht um gesehen zu werden. Das leuchtet nämlich den Boden vor dir aus und dient in erster Linie dir bei Dunkelheit. Das Licht muss den "Gegner" auch auf der Netzhaut kitzeln und zum genauen Schauen bewegen, wenn er gar nicht in deine Richtung schaut - sondern z.B. aufs Handy. Da hilft Tagfahrlicht oder wenn nicht verfügbar kann man sich am hellen Tag wenigstens mit Fernlicht behelfen.

Natürlich sieht man auch einen komplett schwarzen Moppedfahrer ohne Licht wenn man hinschaut. Du musst allerdings immer davon ausgehen, dass jemand unaufmerksam, abgelenkt, schlechtsichtig, älter etc ist oder die Lichtverhältnisse nicht optimal sind - Regen, Dämmerung, tiefstehende Sonne etc. Da musst du dich aktiv in den Vordergrund drängen wenn du gesehen werden willst.

Je mehr du von all dem umsetzen kannst umso geringer ist dein persönliches Risiko. Jedes Detail dass du weglässt steigert es um einen bestimmten Betrag.

Und jetzt der Satz für den mich einige steinigen werden: Aus modischen Gründen schwarz zu fahren ist wenig clever.... :mrgreen:

Nichtsdestotrotz ist Zweiradfahren gefährlicher als Autofahren und es kann trotz aller Vorsicht was passieren. Leider sind die gesundheitlichen Folgen dabei meist drastisch. Und jeder noch so harmlose Sturz auch bei geringer Geschwindigkeit kann zu lebenslänglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen wie z.B. steifes Knie oder steifes Sprunggelenk (Beinverletzungen sind mit 70% übrigens die häufigsten - bedeutet Motorradhose und Stiefel sind sehr wichtig, wird aber beim Roller gern vernachlässigt).

Ich habe auf 150TKM bislang einen Unfall (beim Abbiegen mit 10kmh übersehen und völlig unverletzt geblieben) aber keinen Sturz gehabt außer 3x bei 0Kmh umgefallen weil meine Beinchen für die Reiseenduros immer ein bisschen zu kurz sind... :D
Das ist aber nicht allein mein Verdienst sondern dazu gehört auch immer eine ordentliche Portion Glück.
Zuletzt geändert von r103 am 03.05.2019, 15:54, insgesamt 10-mal geändert.
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von laeuferheini »

Mich hat’s im März/April mal ins Schleudern gebracht. Eigentlich war es nicht glatt, aber an einer Stelle dann halt doch. Lokaler Bodenfrost... Irgendwie habe ich es geschafft, in der Spur zu bleiben. Mir wurde erst hinterher so richtig bewusst, was da vorsichging.

Ansonsten finde ich, dass wenn man vorausschauend fährt, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält und mit den Fehlern der anderen rechnet, Motorrad bzw. Roller fahren nicht gefährlich ist. Ich fahre seit ca. 60000 Kilometer Zweirad und hatte noch keine brenzliche Situation erlebt (bis auf die o.g.).
Gruß aus Olfen, "ein gutes Stückchen Münsterland"
Heiner

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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Fipps »

Fernlicht bei Tage u. sehr rechtzeitiges Blinken sind unabdingbar . Wenn jemand zu dicht auffährt hat sich ( bei mir ) bewährt : Warnblinkanlage an - Ausrollen lassen dann Rechts ran . Ist zwar umständlich aber wirksam !!!!
Lebe so , daß jeder Tag der Letzte sein kann .
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Peter-Bochum
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Peter-Bochum »

r103 hat geschrieben: 03.05.2019, 14:43
Peter-Bochum hat geschrieben: 03.05.2019, 13:19 Mit anständigen Reifen kann dein Moped mehr wie Du.

Angst ist ein schlechter Begleiter, such dir einen erfahrenen Fahrer, häng dich dran und bleib dahinter.
Die Fahrphysik ist bei allen großen 2 Rädern recht ähnlich, wo die BMW 1250 GS um die Kurve kommt, da kommt ein Xciting 400 auch herrum.
Hallo Peter,

der Spruch ist m.E. nicht brauchbar. Mit anständigen Reifen fliege ich bei verhaltener Schräglage im Nassen bei Gullideckeln und Straßenbahnschienen ab. Auch im Trockenen gibt es schlechten Grip, Ölflecken etc. Gute Reifen braucht man unbedingt und da sollte man sicher nicht sparen, aber entscheidend ist die Erfahrung was wann geht und v.a. was nicht. Wer die nicht hat sollte sich langsam und vorsichtig rantasten. Ich denke das haben wir alle hinter uns bzw. üben lebenslänglich. Die Grenzen sind manchmal näher als man denkt bzw. gedacht hat.

Das Angst schlecht ist gebe ich dir recht.
Sich irgendwo anzuhängen ist ein ganz schlechter Rat. Ich sags mal ganz plakativ. Wo ein minderbegabter GS-Fahrer um die Kurve kommt, wird allenfalls ein Profi auf dem Xciting dranbleiben. Ich weiß das weil ich die GS einige Jahre hatte.
Ich muss Dir teilweise Recht geben....

Ich komm aus einer Straßenbahnregion, nennt sich Ruhrgebiet.
Der min. RADIUS einer Straßenbahnkurve liegt bei 16m.
Im Bereich Straßenbahn ohne eigenes Gleisbett sind max. 50 km/h erlaubt.
Diese Kurven mit nennenswerter Schräglage zu fahren, ist bei angepasster Geschwindigkeit überflüssig.

Wenn die Schienen überfahren werden müssen, dann im stumpfen Winkel.
Gullideckel, ebenso Bitumenstreifen (Flickstellen) und die weiß beschichteten (Glaskugeln) Fahrbahnmakierungen sind bei Feuchtigkeit unbedingt zu meiden.
Aber das ist Grundausbildung Fahrschule.

Mein Hinweis auf den erfahrenen GS Fahrer oder andere Tourer Fahrer finde ich jetzt nicht so falsch.

Erfahrene Fahrer fahren eine saubere Spur, mit Blick auf das Rücklicht folgst du dieser Spur automatisch.
Bremst das vorrausfahrende Moped, bremst du ebenfalls.
Habe meiner lieben Frau so um die Kurven geholfen, die hatte damals keine Erfahrung und so sehr schnell Gefühl für Kurvenlage entwickelt.
Einige Forenmitglieder kennen unseren Fahrstiel und sind schon "zwischen" uns gefahren.
Viel gefährlicher ist es doch, unbekannte Strecken allein zu fahren, ich kann mich noch an ein Ereigniss erinnern:
Auf einmal wurde die Kurve immer enger, die Fahrbahn war zur Kurvenaußenseite geneigt und es war feucht, was nun?
Bremsen oder Knie raus und noch weiter runter.
Habe mich für das Knie entschieden, ist Jahrzehnte her.


Nichts für ungut, aber ich rate jedem Anfänger, egal ob Motorrad oder Roller:

Im Bekanntenkreis, an "Bikertreffs" oder einfach an der Ampel ein freudliches "Hallo, bin neu auf dem Bock, kann ich Dir ein paar Kilometer folgen...."

Da sagt so gut wie keiner nein.

Deine Aussagen zur Kleidung sind absolut richtig, eine ordentliche Kombi und ein hochwertiger Helm sind durch nichts zu ersetzen.
Billig Kleidung und Aldihelm sind ein NoGo.


Peter

Übrigens, ein Autobahnkreuz, an ruhigen Tagen, hilft auch beim Kurvenfahren üben, wenigstens Rechtskurven.
Ein paar Runden durch das Kleeblatt helfen, Gefühl fürs Moped zu entwickeln.
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von r103 »

Ok verstehe. Wenn ein Freund oder Ehemann vorausfährt, der die Fähigkeiten seines Schützlings kennt und man sich gemeinsam rantastet, dann kann das schon hilfreich sein, da hast du Recht.
Allerdings würde ich das nie mit einem Fremden machen.
tomS
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von tomS »

Beim Anhalten an der Ampel bin ich mal weggerutscht.
Vordermann hält noch bei Gelb an, dann musste ich fester bremsen, die Fahrbahn war dort aber sehr wellig und ich war auf hoppeligen 10-Zöllern unterwegs. Ich war nicht schnell, es ging nichts kaputt.
Und sonst etwa jährlich abseits des Asphalts gerutscht. Aber damit rechnet man ja eigentlich, das Risiko geht man bewusst ein.
Regentage kann ich unmöglich zählen, denn ich fahre werktäglich ins Büro. Auch schneebedeckte oder eisige Fahrbahnen kommen immer wieder mal vor.
Die größten Schäden hatte ich bisher durch Stürme, die meine geparkten Mopeds stumpf umwerfen.
"Wohlhabende Schnösel, zu feige einen Motorrad-Lappen zu machen"
(Meister Zip über Piaggio MP3 und seine FahrerInnen)
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Jörnoh »

tomS hat geschrieben: 04.05.2019, 10:01 Beim Anhalten an der Ampel bin ich mal weggerutscht.
Vordermann hält noch bei Gelb an, dann musste ich fester bremsen, die Fahrbahn war dort aber sehr wellig und ich war auf hoppeligen 10-Zöllern unterwegs. Ich war nicht schnell, es ging nichts kaputt.
Und sonst etwa jährlich abseits des Asphalts gerutscht. Aber damit rechnet man ja eigentlich, das Risiko geht man bewusst ein.
Regentage kann ich unmöglich zählen, denn ich fahre werktäglich ins Büro. Auch schneebedeckte oder eisige Fahrbahnen kommen immer wieder mal vor.
Die größten Schäden hatte ich bisher durch Stürme, die meine geparkten Mopeds stumpf umwerfen.
Genau davor habe ich ich auch Angst, dass mein Roller bei ner ordentliche Böe vom Hauptständer geholt wird.
Deswegen würde ich mein Mädchen auch niemals nicht auch nur eine Nacht im Freien schlafen lassen.
Ich glaube ohne Garage würde ich wahnsinnig werden...
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von strichacht »

Bin früher schon ab und an im Winter gefahren, bis zu einem einschneidenden Erlebnis: Kreuzung kommt auch mich zu, ich bremse und werde nicht langsamer. Im Gegenteil, plötzlich sehe ich das Heck des Rollers neben mir. Gottseidank kam kein Auto oder Gegenverkehr und ich bin dank vorsichtiger Bremsung nicht mal auf dem Boden gelandet. War gut kontrollierbar aber seitdem nie wieder :shock: :D
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von Rollerhelmi »

Hallo,
ich war 2009-2013 bei einem privaten Postzustelldienst angestellt. Mein Dienstfahrzeug war ein Piaggio Liberty 50 4 T. In der Zeit musste ich auch im Winter, teilweise überladen, das Depot verlassen. Ich hatte im Winter nie ernsthafte Probleme, im Gegenteil das machte richtig Spaß bei festgefahrener Schneedecke die Hinterradbremse zu benutzen. Da hatte ich auf dem Fahrrad schon mehr Probleme. Einmal musste ich eine neue Kollegin anlernen, wir kamen nicht einmal 500m weit und schon war die Post auf der Straße verteilt. Meine Kollegen/innen fiehlen im Winter auch reihenweise vom Fahrrad (es kam Gott sei Dank nie zu ernsthaften Verletzungen). Obwohl ich ein kleines Auto (VW Up)fahre, bin ich im Winter oder bei Regen noch gerne mit dem Roller unterwegs. Es ist einfach das Gefühl von Freiheit, wenn das jemand verstehen kann.
Ein Piaggio kommt mir allerdings nicht ins Haus (nur Ärger) ,aber das würde jetzt am Thema vorbei gehen.
Allzeit gute Fahrt wünscht Euch Rollerhelmi
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Re: Fahren bei Regen? Schonmal weggerutscht?

Beitrag von BaluNo1 »

Ja, bin in so einer Situation schon mal weggerutscht.
Hatte ein neues gebrauchtes Motorrad und es war die erste Fahrt bei Regen. Es war eine Abfahrt und ich hatte die Kurve noch nicht mal richtig angesehen, schon legte ich mich lang und schlitterte ein paar Meter über den nassen Asphalt.
Weil es nass war hielt sich der Schaden an den Klamotten sogar in Grenzen. Nichts war wirklich kaputt und ich konnte meine Fahrt anschließend auch weiter fortsetzen.
Zwei Sachen hatten mich allerdings gewaltig gewurmt.
Ich hatte beim Kauf nicht auf das Alter der Reifen geachtet. Fünfzehn Jahre sind doch etwas viel. :shock:
Keiner der vorbeifahrenden Autofahrer hielt an um mir zu helfen.

Aber auch auf trockener Fahrbahn hatte ich schon meine Rutscher und auch Bodenkontakt. Bisher ging es aber immer glimpflich aus.
Trotzdem bin auch ich der Meinung, dass Angst im Straßenverkehr nichts verloren hat.
Respekt und vorausschauendes Fahren sowie niemals auf sein "Recht bestehen" ist meine Devise. Aber ja, es ist auch immer etwas Glück von Nöten.

Rollerhelmi´s Satz zwecks der Freiheit trifft´s bei mir auch ziemlich gut. :wink:
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