Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

2018 neu , der Super 8 50 4Ti als Einspritzer ...Kommt rein !
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Wolfi__123
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Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von Wolfi__123 »

Hallo,

im MT Motorrollerforum habe ich in diesem Thread versucht, dem dortigen TE Wauhoo seine Einstellversuche an der Drosselklappe auszureden.

Das hat nicht geklappt, weil er für meine Begriffe unbelehrbar ist. :(

Mir selbst stellt sich in dem Zusammenhang allerdings die Frage, weshalb am Drosselklappenteil zwei Anschlagschrauben (s. Foto) vorhandenen sind.

Gruß Wolfi
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Wolfi__123
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von Wolfi__123 »

Hab' noch eine Frage zur Funktionsweise der CO-Schraube bei einer druckfühlergesteuerten Einspritzanlage:
Wie kann durch die Veränderung des Bypass-Luftkanals mittels CO-Schraube die Gemischzusamnensetzung im Leerlauf überhaupt korrigiert werden? - Der Ansaugrohrdruckfühler sitzt i.d.R. stromabwärts hinter der Drosselklappe und reagiert dementsprechend auf Falsch- bzw. Bypassluft ebenso wie auf reguläre Frischluft durch den Drosselklappenspalt, m.a.W. kann doch der Druckfühler nicht unterscheiden, wo die Luft herkommt.

Gruß Wolfi

PS: Bei einer luftmengenmessenden Einspritzanlage, was im Rollerbereich meines Wissens (noch) nicht verwendet wird, funktioniert die CO-Einstellung des Leerlaufgemisches selbstverständlich mit einem Bypass-Luftkanal, weil die Korrekturluftmenge den Luftmengenmesser umgeht.
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mopedfreak
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von mopedfreak »

Hi,

Luftmengenmessung sollte wegen der Baugrößen nicht mehr in verwendung sein, Du meinst sicherlich Luftmassenmessung.

Es kommt darauf an, wie die Leerlaufregelung funktioniert. Entweder macht man das über ein Bypass-Luftventil, welches von der ECU angesteuert wird, oder statisch, z.B. über eine, einen spalt offenstehende Drosselklappe, oder eine Luftregulierschraube, wie es hier der fall sein könnte.
Eine Gemischregulierschraube wird es nicht geben, dass wäre gedoppelter aufwand, ohne nutzen.

Der MAP-Sensor (Manifold Air Pressure) hnd die ECU wissen natürlich nicht, woher der anstehende unterdruck zustande kommt, ob eine Leerlaufluftregulierschraube offen ist, oder eim Ansaugflansch ein riss ist. Passend zum unterdruck wird sprit eingespritz, bis zu einer bestimmten grenze.

Mal ein bsp. für eine abweichende Luftmenge, z.b. wegen falschluft, oder verstellter einstellschrauben.

- Meldet der TPS (Throttel Position Sensor) das die Drosselklappe geschlossen ist, aber der MAP-Sensor liefert einen niedrigen Unterdruck und die Drehzahl ist niedrig, passt nicht zu den anderen Werten, gibt es leuchtende MIL. So mal der extremfall. Zuallererst wird die Leerlaufdrehzahl aber ansteigen. Der MAP-Sensor misst einen bestimmten unterdruck und dazu passend wird, solange es der programmierte Tolleranzrahmen es zulässt, Kraftstoff passend eingespritzt.

Das geht evtl. 500 oder bis 1000 u/min höher als gedacht (nur annahmen / spinnerrei), ohne das eine fehlermeldung kommt. Irgednwann passen Unterdruck und Drosselklappenstellung nicht mehr zusammen. Höhenparameter hier noch nicht berücksichtigt.

So, nun die fehler bei verstellen der Drosselklappenanschlagschraube:

- Motor springt nicht an (Sprit wird nicht freigegeben), weil Drosselklappe nicht auf 0% steht ( oder eine niedrigen Tolleranzfeld. (Burgman 650 sehr prägnant. Ein Bekannter versucht den immer mit drehenden Gasgriff zu starten, und versteht nicht, warum der so schlecht anspringt, bis er mal wieder den Gasgriff zudreht...)

- Motor tourt nur langsam ab, weil TPS trotz Gasgriff zu, nicht auf 0% steht.

- Empfindliche ECUs spucken nach längerer zeit auch mal eine Fehlermeldung aus, Gaszug defekt, o.ä.
Man müsste der ECU "sagen", dass TPS 5% eigentlich 0% sind.... Also TPS initilisieren.

Viele Grüße, Alex
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Wolfi__123
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von Wolfi__123 »

Hi Alex,

danke für deine Erläuterungen. :)

Die letzte Einstellung des CO-Gehalts im Leerlauf an einem Pkw mit elektronischer Einspritzung liegt in meinem Falle schon mehr als dreißig Jahre zurück. Es war ein Opel Ascona Sport 2.0 E mit der Bosch L-Jetronic, daher auch meine beispielhaft genannte Luftmengenmessung im Gegensatz zur Saugrohrdruckmessung im Rollerbereich.
Die Luftmassenmessung ist ja quasi nur eine verbesserte Luftmengenmessung. ;)

Einen triftigen Grund für das Vorhandensein von zwei Drosselklappenanschlagschrauben haste nicht zufällig parat?

Gruß Wolfi
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mopedfreak
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von mopedfreak »

Hi,

nee, keine ahnung.... Ist eine zu wenig, dass mang Angst hat, dass Gehäuse würde es ausreißen? Beide Schrauben begrenzen Parallel die Drosselklappenwelle?

Viele Grüße, Alex
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Wolfi__123
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von Wolfi__123 »

mopedfreak hat geschrieben: 28.12.2020, 12:53 ... Ist eine zu wenig, dass mang Angst hat, dass Gehäuse würde es ausreißen? Beide Schrauben begrenzen Parallel die Drosselklappenwelle?

Viele Grüße, Alex
So gewaltig wird die Rückstellkraft der Feder an der Klappenwelle nicht sein. :mrgreen:

Eine der beiden Anschlagschrauben bzw. deren Fixierfeder sowie die Rückstellfeder der Drosselklappenwelle sind auf dem obigen Foto mit einem grünen Farbstrich markiert. Das soll die Werksausliefeung optisch kenntlich machen.
Die zweite Anschlagschraube besitzt keine farbliche Markierung, sodaß diese probeweise ggf. weiter reingedreht werden kann. Beim erneuten Rausdrehen ist dann die werksseitige Einstellung aufgrund der nicht veränderten ersten Anschlagschraube wieder problemlos möglich.

Gruß Wolfi
Zuletzt geändert von Wolfi__123 am 28.12.2020, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von Wolfi__123 »

Im Service Manual für den Kymco Super 8 50 ist die Einstellung der CO-Schraube anhand des Zündwinkels beschrieben, falls der Vorzündwinkel bei > 20 ° liegt.

Das liegt wohl daran, daß die ECU zusätzlich zur Ansteuerung des Leerlaufschrittmotors (Bypass-Luftkanal) für die Einstellung der Leerlaufdrehzahl auch noch die Vorzündung vergrößert, um eine kurzfristige Leerlaufstabilisierung zu erreichen. Die Zündwinkelverstellung erlaubt eine schnelle Drehzahlanpassung, ohne Gefahr zu laufen, daß eine “übereifrige“ Füllungsregelung mittels Leerlaufschrittmotor ins Schwingen geraten könnte.

Gruß Wolfi

PS: Das Foto stammt eher nicht vom 50-er Modell, da ein zweiter Gaszug zur zwangsweisen Rückdrehung vorhanden ist, was nur bei “stärkeren“ Motoren üblich ist. :D
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von Wolfi__123 »

mopedfreak hat geschrieben: 28.12.2020, 12:53 ... Beide Schrauben begrenzen Parallel die Drosselklappenwelle?

Viele Grüße, Alex
Hi Alex,

auf dem beigefügten Foto läßt sich gut erkennen, daß nur die werkseitig eingestellte, innere Anschlagschraube wirkt. Diese farblich markierte Schraube ist auch deutlich sichtbar weiter reingedreht.

Gruß Wolfi
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von mopedfreak »

Hi,

das nachstellen der Leerlaufdrehzahl über die zweite Stellschraube ist trotzdem doof. Der TPS meldet der ECU einen leicht geöffneten Gasgriff, sozusagen eine leichte Lastanforderung. Das Motorbremsmoment beim Gas wegnehmen wird reduziert.

Viele Grüße, Alex
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von Wolfi__123 »

Hatte im Stillen gehofft, daß der Meister sich mal zu Wort meldet. ;)

Die Leerlaufdrehzahl wird schließlich nicht per Drosselklappenanschlagschraube eingestellt, der Sollwert ist doch in der ECU abgelegt. Die werkseitige Grundeinstellung darf daher nicht Pi mal Daumen verändert werden.

Gruß Wolfi
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Re: Veränderung der werkseitigen Drosselklappeneinstellung

Beitrag von mopedfreak »

Hi,

korrekt. Eben aus den gennanten gründen.

Viele Grüße, Alex
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